Geschichte von bergheim

Wappen von Bergheim

Die Salzburger Landesregierung verlieh am 8. Oktober 1970 für das Ansuchen der Gemeinde Bergheim folgendes Wappen: In goldenem Schild ein grüner Dreiberg auf dessen Mittelkuppe ruhend ein acht speichiges rotes Wagenrad. Der Dreiberg erinnert an den Ortsnamen, das Rad ist dem Wappen des ministerialen Geschlechtes der Herren von Bergheim (drei Räder auf Schrägbalken) entnommen, die bis 1295 das "Gesäß" und das Gericht von Bergheim besaßen.

Urkundlich 927 erwähnt: Percheim, ist ein Kompositum aus Berg und Heim. Im älteren Deutsch und in den Ortsnamen hatte Berg eine weitere Bedeutung und bezeichnete generell eine höhere Lage (hier die Hochlage der Kirche). Der zweite Bestandteil -heim bedeutete ursprünglich ‘Heim, Haus', ina Ortsnamen aber auch - über die Semantik ‘Häuserkollektiv' - ‘Dorf'. Bergheim bedeutet also wörtlich „Siedlung in erhöhter Lage".

Geografische Lage
Bergheim liegt unmittelbar nördlich der Landeshauptstadt Salzburg, im Westen begrenzt durch die Salzach. Von Nordosten kommend durchfließt die Fischach die Gemeinde. Die drei Hügel im Gemeindegebiet sind der Hochgitzen, Plainberg und Muntigler Berg.

 

 

Im Gemeindegebiet von Bergheim läßt sich die Anwesenheit von Menschen durch viele Jahrtausende zurückverfolgen. Ein Fund der mittleren Steinzeit vom Muntigler Hügel deutet darauf hin, daß dieses Gebiet schon vor etwa 10.000 Jahren besiedelt war. In Bergheim selbst reicht die älteste Siedlung, die sich am westlichen Ausläufer des Plainberges befand, bis in die Urnenfelderzeit (um 1000 v.Chr.) zurück.

 

 

Die Kelten, die seit dem 1. Jahrtausend v.Chr. unser Gebiet bevölkerten wurden im Jahre 15 v.Chr., als die Römer das Königreich Noricum besetzten, dem römischen Reich eingegliedert. An die Römer erinnern zwei Gutshöfe, die man in Kerath und Kemething (Villa des Lucius Vedius) ausgegraben hat.
Mit dem von König Odoaker (488 n.Chr.) angeordneten Abzug der römischen Bevölkerung ging die römische Herrschaft im Gebiet Salzburg zu Ende. Seit der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts wurde der Salzburger Raum von den Bayern besiedelt. Reste der einstigen Besiedlung ist ein Reihengräberfeld, welches 200 Meter nördlich der Kirche von Bergheim liegt. 1896 wurde es aufgedeckt.
Der Ortsname Bergheim reicht wahrscheinlich in die Zeit der bayrischen Besiedlung zurück, da die früheren bayrischen Ortsnamen vor allem auf die Endsilben -ing und -heim (-ham) gebildet wurden, doch urkundlich belegt wurde der Name erst um das Jahr 927. Damals übergab der Erzbischof Odalbert den Hof und die Kirche zu Bergheim mit Hörigen und Zehenten im Tausch an den Diakon Reginold, der schon vorher diese Güter zu Lehen besessen hatte. Bergheim war damals ein großer befestigter Gutshof mit einer Eigenkirche und entsprach den typischen Adelssitz dieser Zeit. Ob man schon für das Jahr 927 von einer Pfarre sprechen darf, scheint fraglich. Ein Pfarrer wird erst im Jahre 1211 genannt.

 

Am Ende des 11. Jahrhunderts entstand aus den unfreien Eigenleuten der Salzburger Erzbischöfe ein neuer Dienstadel, die sogenannten Ministerialen. Im Gebiet von Bergheim waren es vor allem die Herren von Itzling und Fischach, die hier über reichen Besitz verfügten. Einer jüngeren Linie dieses Geschlechts entstammte jener Rüdiger, der sich seit 1190 nach dem Hof zu Bergheim nannte.
Die Herren von Bergheim, die zunächst bedeutende Positionen im Dienste der Salzburger Erzbischöfe bekleideten, gerieten im 13. Jahrhundert wiederholt mit den Erzbischöfen in Streit. Der damit verbundene wirtschaftliche Niedergang führte zu einem Verkauf verschiedenster Güter und Rechte, darunter 1295 der Stammsitz zu Bergheim.

Am Ende des 17.Jahrhunderts war die Pfarrkirche zum hl. Georg so baufällig, daß 1695 der Hochaltar einstürzte. In den beiden folgenden Jahren wurde die Kirche durch den Maurermeister Matthias Köllersperger neu gebaut. Der Hochaltar und die beiden Seitenaltäre konnten wegen Geldmangels erst später aufgestellt werden.

Auf dem Plainberg entstand seit 1652 zu einem wundertätigen Gnadenbild der Gottesmutter eine rasch anwachsende Wallfahrt. Erzbischof Max Gandolf Graf von Kuenburg ließ 1674 die Wallfahrtskirche Maria Plain errichten und übergab sie ein Jahr später dem Erzstift zu St. Peter in Salzburg, dem sie noch heute inkorporiert ist.
Durch die Wechselfälle der Geschichte gelobte der damalige Salzburger Stadtsenat bei ausbleiben ernster Kriegsgefahr das Gnadenbild (1751) zu krönen. Zu der jährlich wiederkehrenden Feier dieser Krönung schrieb Wolfgang Amadeus Mozart seine bekannte "Krönungsmesse".

Den Schritt von der dörflichen Siedlung zur Stadtnachbarsgemeinde vollzog Bergheim in den letzten Jahrzehnten. Hervorragende Kommunalleistungen des Straßen-, Wohnungs- und Schulausbaues, wie auch der Energie- und Wasserversorgung kennzeichnen die Anstrengungen eines geordneten Gemeinwesens.

 

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